Ich bin...

 

Mensch, Seele, Liebe, Wut, Schmerz, Heilung, Frau, Göttin, Partnerin, Mutter, Liebende, Wandelnde, Suchende...

 

Wer bin ich... diese Frage stelle ich mir immer wieder mal und merke, dass eine Antwort schwer fällt, so vieles ist da und soviel verändert sich. Ich bin Emmelie, geboren Ende der 70iger in Halle/Saale, aufgewachsen dort und in Waltershausen in Thüringen, ganz nah am Wald, den ich häufig durchstreifte, um immer wieder zu spüren ob ich Angst habe oder ob ein tolles Erlebnis dort auf mich wartet. Manchmal durfte ich auch auf dem Rücken eines Pferdes durch den Wald wandeln und konnte meiner Phantasie freien Lauf lassen, vom Indianermädchen bis Hexe, sie waren alle mit dabei.

 

Irgendwann zog es mich weg, erst ins Ausland als Au Pair, dann nach Berlin. Einen Beruf wollte ich lernen, beim Film wollte ich arbeiten, auf eigenen Beinen stehen, das Leben selbst in die Hand nehmen, Abendessen vor dem Fernseher, rumlümmeln, nachts lange auf bleiben und eintauchen in eine große Stadt. Das alles habe ich getan und vieles mehr. 10 Jahre lang habe ich als Schnittassistentin gearbeitet, bin tollen Menschen begegnet, durfte ein bisschen die Welt sehen, in anderen Ländern arbeiten. Dann kam der erste große Film, ich durfte ihn schneiden, durfte Verantwortung übernehmen, durfte meinen inneren Fluss in den Bildern finden und es ging leider schief. Der Film kam nicht gut an, ich fühlte mich nicht ernst genommen, schuldig, unfähig, klein usw.

 

Lange fühlte es sich nach Scheitern an und diese Wunde darf heilen. Doch durch dieses Ereignis wurde meine Aufmerksamkeit auf etwas ganz anderes gelenkt, etwas von dem ich garnicht wusste, dass es da ist. Ich traf auf eine Reikimeisterin, die mich behandelte und ganz leise und sacht brachte sie eine Seite in mir zum Schwingen, etwas was nicht mit Worten zu beschreiben ist. Der Wunsch ich möchte irgendwas mit Heilung und Menschen und Menschen in ihrer Tiefe berühren...und vor allem wollte ich meinem Schmerz begegnen, meiner Berührbarkeit Raum geben. Ich konnte mich lange nicht entscheiden, den Filmweg abzubrechen.

 

Heute bin ich dankbar für diese Entscheidung, alles aufzugeben und von vorne anzufangen mit ungewissem Ausgang. Der leisen inneren Stimme folgend, allen Zweifeln immer wieder begegnen, bis sie irgendwann etwas zur Seite treten. Ich lerne durch meinen Mut, die Dinge anders zu sehen, als ich es in meiner Familie erlernt habe. Ich erlaube mir, allem in mir Platz zu geben, zu suchen, zu forschen, zu ergründen, warum ich bin wie ich bin und vor allem wer und wie ich sein möchte. Wie möchte ich mich einbringen in dieser Zeit, in diese Welt... Wir brauchen die Erinnerung an unser VerbundenSein, Verwoben mit Allem in und um uns. Ich möchte Dich erinnern, an deine innere Kraft, an Dein Fließen. Ich möchte Dich erinnern, wer Du bist und Dich gerne auf diesem Weg begleiten.